Bibelstunde im kambodschanischen Dorf

Kontext: Dieser Bericht nimmt uns mit in den Landkreis Siem Reap, wo wir das lokale OMF-Team bei einem Dorfbesuch begleiten durften. Es ist eine Reise in den kambodschanischen Alltag – zwischen staubigen Straßen, der Herausforderung, nach zehn Jahren wieder in der Landessprache zu predigen, und dem Staunen über Gottes verändernde Kraft.

Staub, Schlaglöcher und ein lebendiges Wunder: Unterwegs in Ta Hok

Unser erster Stopp in Kambodscha ist Siem Reap. Dort besuchen wir das OMF-Team, zu dem die Missionare Familie Hohmann und Margret Heckert aus Deutschland gehören. Auch Claudia aus unserer Schweizer Heimatgemeinde in Gstaad war im ersten Teil des Teams hier mit dabei.

Ein Team aus Ausländern und Einheimischen

Die Missionare werden von zwei Kambodschanern unterstützt: Nee ist die erste offizielle einheimische Missionarin, ausgesandt und unterstützt vom Gemeindeverband FCC und der Pochentong-Gemeinde in Phnom Penh. Chung, ein junger Mann mit Bibelschulabschluss, lehrt Missionaren die Landessprache und ist fester Teil des Teams. Auch der Südafrikaner Abraham gehört dazu, den wir diesmal jedoch verpassen.

Nee, Margret und Chung – ein tolles Team!

Familie Hohmann ist gerade auf Heimataufenthalt in Deutschland, doch Margret ist vor Ort – sie hat extra für uns ihren Urlaub verschoben. Vielen Dank dafür! Unser Plan: Am Dienstag fahren wir gemeinsam nach Ta Hok. Das Dorf liegt etwa eine Stunde von der Provinzhauptstadt entfernt und wird wöchentlich besucht. Auf dem Programm stehen eine Bibelstunde sowie Kinder- und Teenkreis. Margret bringt den Frauen dort außerdem das Häkeln bei.

Staubige Straßen und spontaner Tanz

Margret und ihr berühmt-berüchtigtes Auto…

Der Weg ist staubig und holprig; trotz Klimaanlage fließt der Schweiß in Strömen. Unterwegs begegnen uns Prozessionen – es ist Vollmond und der Beginn der buddhistischen Fastenzeit. Auf landwirtschaftlichen Fahrzeugen wummern die Bässe aus riesigen Lautsprechertürmen, während weiß gekleidete Frauen goldglitzernde Geschenke für die Mönche zum Tempel tragen.

Die Prozession kommt – wir warten am Straßenrand

Wir treffen beim Haus einer Großmutter ein, einer engen Freundin von Margret. Die alte Frau hat gerade einen schweren Schicksalsschlag hinter sich: Einer ihrer Söhne verstarb plötzlich, der letzte verbliebene Sohn leidet an den Folgen eines Schlaganfalls. In der vom Buddhismus geprägten Kultur zeigt sie kaum äußere Regung, doch die Schwere ihrer Last ist spürbar.

Die kürzeste Predigt aller Zeiten…

Traditionelle Melodien wecken alte Erinnerungen

Nachdem sich drei Frauen und fünf Kinder eingefunden haben, beginnen wir mit Liedern und Gebet. Es ist eine Freude, die bekannten Melodien wieder auf Khmer zu singen.

Margret hatte mich im Vorfeld gebeten, die Andacht zu übernehmen. Nach zehn Jahren ohne Praxis im Khmer-Sprechen eine echte Herausforderung! Ich bereitete mich intensiv vor, doch im Dorf war meine Rede bereits nach wenigen Minuten beendet. Zum Glück sprangen Chung und Nee ein: Sie griffen meine Gedanken auf, vertieften sie mit Beispielen und sorgten dafür, dass die Botschaft wirklich ankam.

Eine dreifache Predigt

Zum Abschluss beteten wir eindringlich um Regen. Die Trockenheit bedroht die Existenz der Bauern; der Klimawandel ist hier eine ganz reale Katastrophe. (Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Schon am nächsten Tag schüttete es in Strömen – was für eine Wohltat!)

Von Dämonen befreit

Gegen Ende setzte sich ein Mann dazu, der früher der Schrecken des Dorfes war. Chung erzählte uns seine Geschichte: Der Mann war so gewalttätig und unberechenbar, dass er oft eingesperrt werden musste. Nichts half gegen seine Zornesausbrüche und die offensichtliche geistliche Gebundenheit.

Ein Zeuge von Jesu Macht und Liebe!

Doch das OMF-Team begann, beharrlich für ihn zu beten. „Der Mann wurde durch Gebet befreit“, fasste Chung schlicht zusammen. „Heute erkennt man ihn nicht wieder. Er ist ein richtiges Wunder!“

Es ist eine gewaltige Ermutigung zu sehen, dass Jesus auch heute noch Menschen von dunklen Mächten befreit. Auf dem Rückweg, während die Sonne hinter den Reisfeldern und Zuckerpalmen versank, staunten wir über die Schönheit dieses Landes und die Größe Gottes.

Staubige Straßen, tiefe Schlaglöcher und froher Tanz

Noch lächeln wir…
Snacks und Wasser gehören zu jedem Treffen dazu!
Die Zuckerpalmen im Hintergrund sind typisch für Kambodscha
Die Sonne versinkt hinter den Reisfeldern

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