(Kontext: Das Leben in Snoul wird von den Kautschukplantagen bestimmt. Es sind endlos scheinende Wälder, in denen die Bäume in Reih und Glied stehen. Jeden Morgen, noch vor Sonnenaufgang, gehen die Arbeiter von Baum zu Baum, um die Rinde einzuritzen. Das kostbare weiße Produkt tropft in kleine Tonschälchen, die an den Stämmen hängen. Am Nachmittag wird der Kautschuk in großen Plastikkanistern eingesammelt und von Lastwagen zu den Fabriken gebracht. Diese harte Routine mündet einmal im Monat in den großen Zahltag.)
Aufruhr im Dorf
Heute waren wir wieder zur Kinderstunde in Gamleig, und das ganze Dorf war in Aufruhr! Es ist der 4. des Monats, der offizielle Zahltag für die Gummiplantagen-Arbeiter. Das Gehalt wird bar ausgezahlt, und das Geld ist oft schon weg, bevor es richtig in den Händen der Arbeiter landet.
Das System der Schulden
Es war spannend und zugleich bedrückend zu beobachten, wie viele Menschen – vor allem Verkäufer – mit kleinen Notizbüchern durch das Dorf liefen. In diesen Dörfern wird fast alles „auf Pump“ gekauft und gegessen. Am 4. wird abgerechnet. Überall sieht man diese Bücher voller Namen und Zahlen – eine endlose Liste von Schulden.
Oft stehen auch die Frauen bereit, um das Gehalt ihrer Männer sofort in Empfang zu nehmen. Sie müssen sicherstellen, dass das wenige Geld, das nach Abzug der Schulden übrig bleibt, nicht direkt wieder vertrunken wird.
Ein Blick in die Ewigkeit
Beim Anblick dieser Szenen musste ich nachdenken: Wie wird das wohl eines Tages im Himmel sein, wenn die Bücher aufgeschlagen werden und abgerechnet wird? Wird es so ähnlich sein? Mit dem einen großen Unterschied: Dass die meisten Menschen dort keine Währung besitzen werden, die angenommen wird…
Gott sei Dank, dass Jesus unsere Schulden bereits beglichen hat!
