(Kontext: Unser Literacy-Programm in den Dörfern rund um Snoul öffnet uns viele Türen. Doch manchmal stoßen wir an unsere zeitlichen Grenzen. In einem Dorf, das uns besonders am Herzen lag, durften wir nun erleben, dass Gott die Fäden in der Hand hält – auch ohne unser direktes Zutun.)
Ein Dorf wartet auf Antwort
Seid ihr bereit für eine Ermutigung? Letzten Monat war ich wieder unterwegs, um unsere Literacy-Dörfer zu besuchen. Dabei kam ich in ein Dorf, für das im letzten Jahr fast alle unsere Partnergemeinden in der Heimat intensiv gebetet haben. Vielleicht erinnert ihr euch: Es ist das ehemals „christliche Dorf“, in dem die Menschen den großen Wunsch äußerten, wieder im Glauben unterrichtet zu werden.
Das schlechte Gewissen im Gepäck
Ehrlich gesagt hatte ich bisher kaum Gelegenheit, dieses Dorf länger als eine halbe Stunde im Monat zu besuchen. Der Terminkalender ist voll, und das Dorf liegt abgelegen. Mit einem etwas flauen Gefühl im Magen fragte ich bei meinem letzten Besuch nach, ob sich denn sonst geistlich etwas bei ihnen getan habe – ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht öfter da sein konnte.
„Jesus ist echt Klasse!“
Die Antwort der Dorfbewohner hat mich sprachlos gemacht: „O ja!“, sagten sie strahlend. „Jeden Monat kommen Christen aus Kratie zu uns, um uns von Jesus zu erzählen, manchmal sogar zweimal monatlich. Sie unterrichten die Kinder und helfen uns Erwachsenen. Jesus ist echt Klasse!“
Gott braucht uns nicht als seine „Erfüller“
Das hat mich so unglaublich gefreut! Jesus hat unser aller Gebet gehört. Er hat dieses Dorf auf sein Herz genommen und andere Christen geschickt, die ich nicht einmal kenne. Es ist eine so wichtige Lektion für uns alle: Manchmal denken wir, wir müssten unsere Gebete „selber erhören“ und alles allein auf unseren Schultern tragen. Aber das müssen wir gar nicht – schließlich ist ER der Herr der Ernte!
