Die Vorbereitungen: „Gemetzel“ in der Küche (15. Dezember)
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Genehmigung ist da – Gott sei Dank! In unserer Küche herrscht bereits ein „Gemetzel“: Die Köche bereiten Curry und Khmer-Nudeln für 200 Personen vor. Währenddessen dekorieren wir das Haus und üben mit den Teenies und Gitarrenspielern die Lieder.
Meine Predigt habe ich mit meinem Sprachlehrer durchgesprochen. Sein trockenes Fazit: „Das ist alles neu für die Leute, du musst langsam sprechen, sonst verstehen sie dich nicht“. Mir ist bewusst: Ohne dass der Heilige Geist den Verstand erleuchtet, bleibt die Weihnachtsgeschichte ein Rätsel – weltweit.
Volle Kanne Vorbereitung: Zahlen, Fakten, Düfte (18. Dezember)
Am Samstagmittag legten die Köche richtig los. Die Mengen waren beeindruckend: Kiloweise Gemüse wurden geschnippelt, 20 kg Rindfleisch zerkleinert, 3 Hühner geschlachtet und 25 Kokosnüsse aufgeschlagen, um die Milch abzufangen. Da hinter unserem Haus ein Vorplatz und ein unbenutzter Schweinestall sind, konnte alles direkt vor Ort erledigt werden. Qualm vom Holzfeuer zog durch alle Räume, während wir 1000-Watt-Strahler an die Decke montierten.
Am Sonntag um 6 Uhr öffneten wir die Türen. Um 11 Uhr kam das Sound-System – eine riesige Boxenwand wurde auf dem angrenzenden Grundstück aufgebaut und der traditionelle Blech-Lautsprecher auf dem Balkon montiert. Diese Lautsprecher sind normalerweise eine Qual, wenn sie den Singsang der Mönche übertragen, aber heute dröhnte unsere Musik in die Nachbarschaft.
Ob jemand kommt und hört?
Zuerst kamen nur Kinder, doch als das Programm um 15:10 Uhr startete, war das der Startschuss für die Nachbarschaft: Sobald sie merkten, dass es wirklich losging, machten sie sich auf den Weg. Ich erzählte von der großen Freude und dem Frieden, den Gott schenken will. Trotz des Kinderlärms hörten die Erwachsenen erstaunlich gut zu – was in Kambodscha keine Selbstverständlichkeit ist.
Fazit: Verschwenderische Liebe
Am Ende blieb eine Mischung aus Gefühlen. Wir hatten uns mehr erwachsene Gäste gewünscht. So viel Liebe, Aufwand und der leckerste Curry-Eintopf von ganz Snoul – und dann kamen nur wenige der geladenen Gäste.
Mir kamen unsere Khmer-Geschwister vor wie Maria in Johannes 12, die Jesus aus verschwenderischer Liebe mit kostbarem Öl salbte. Auch wenn nicht alles „effizient“ schien, war es ein Zeichen für das Wachstum der Gemeinde:
- Selbstständigkeit: Die Organisation lag fast komplett bei den Leuten aus Snoul.
- Finanzierung: Die Kosten von 240 $ wurden fast vollständig aus der eigenen Kollekte bezahlt.
- Beziehungen: Viele Helfer und Nachbarn, die noch keine Christen sind, haben mit angepackt.
