Wahltag in Kambodscha: Wenn das öffentliche Leben stillsteht

(Kontext: Heute wird in Kambodscha gewählt. Es ist ein Tag, an dem vieles anders ist als sonst. Als Missionare beobachten wir mit Interesse, wie dieses nationale Ereignis den Alltag in Snoul und unsere Gemeindearbeit für einen Moment komplett verändert.)

Ein Wochenende der Funkstille

Schon der Samstag verlief ungewöhnlich: Den ganzen Tag über, von 6 Uhr morgens bis spät in den Abend um 21:30 Uhr, war der Strom abgestellt. Man fragt sich unwillkürlich, ob damit verhindert werden sollte, dass kurz vor knapp noch Argumente anderer Parteien über das Fernsehen verbreitet werden. Bei den letzten Wahlen war es sogar so, dass man auf Wunsch der Regierung drei Tage lang keine SMS verschicken konnte.

Tote Hose am Markttag

Heute darf niemand reisen. Es fahren keine Busse, keine Taxis – nichts. Die Menschen sollen zu Hause bleiben und wählen gehen. Sogar die Grenze zum benachbarten Vietnam ist dicht. Da die meisten Früchte auf unserem Markt von dort kommen, herrscht an diesem Sonntag absolute „tote Hose“.

Leere Bänke in Kirche und Sonntagsschule

Auch bei uns im Haus blieb es ruhig. In der Sonntagsschule waren nur wenige Kinder; die meisten durften ihre Eltern in ihren schönsten Sonntagskleidern zum Wählen begleiten. Im Gottesdienst war heute sogar niemand. Da die Wahllokale nur von 8 bis 15 Uhr geöffnet haben, waren alle Gemeindeglieder unterwegs, um ihre Stimme abzugeben.

Morgen wird hoffentlich wieder alles normal sein. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und darauf, was die kommende Zeit für das Land bringen wird.

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