(Kontext: Nach unserer Rückkehr aus Kambodscha hat sich mein Fokus verändert. OMF Deutschland möchte verstärkt Ehrenamtliche einbinden. Um zu lernen, wie man Freiwillige gewinnt und begleitet, durfte ich an einem wegweisenden Seminar in den USA teilnehmen. Eine Reise zwischen beeindruckender Natur und tiefen geistlichen Erkenntnissen.)
Ankunft in einer anderen Welt
Nach einem komfortablen Flug bin ich gut in Denver gelandet. Die Weite Colorados ist beeindruckend – viel flaches Farmland, kaum Bäume und ein Flughafen, der gefühlt mitten im Nirgendwo liegt. Mein ehemaliger Kollege aus Snoul, Mike, hat mich abgeholt. Es ist schön, alte Freunde wiederzusehen und zu erleben, wie das Leben hier nach Jahren der Trockenheit durch frischen Regen wieder aufblüht.
Professionalität und Leidenschaft bei OMF US
Mein erster Besuch im OMF-Büro in Denver hat mich tief beeindruckt. In einem großen Gebäude arbeiten hier Unmengen von Angestellten und Ehrenamtlichen Hand in Hand. OMF US ist hochgradig spezialisiert: Es gibt Experten für alles – von der Nacharbeit kurzer Einsätze bis hin zur strategischen Frage, wie man Gemeinden am effektivsten dienen kann. Besonders spannend war der Austausch darüber, wie Menschen motiviert werden können, sich langfristig und ehrenamtlich für die Weltmission einzusetzen. Das ist genau der Ansatz, den wir auch in Deutschland stärken wollen.
Zwischen Nationalparks und Steakhaus
Natürlich kam auch das Erleben der gewaltigen Schöpfung nicht zu kurz. Wir machten Touren zum Rocky Mountains National Park und zum „Garden of the Gods“ mit seinen riesigen roten Felsmassiven. Es tat gut, trotz Jetlag und vollem Terminkalender die Seele baumeln zu lassen, bevor das eigentliche Seminar in Colorado Springs startete. Dort traf ich auf Mitarbeiter anderer bekannter Organisationen wie Samaritan’s Purse und Compassion International.
Theologische Grundlagen: Warum wir alle dienen
Der Kern des Seminars hat mich besonders angesprochen: Es wurden biblische Grundlagen über das „Priestertum aller Gläubigen“ gelegt. Der Gedanke ist einfach, aber kraftvoll: Jeder Gläubige ist berufen, Gott durch Anbetung und Dienst zu ehren. Je mehr wir Jesus lieben, desto natürlicher wollen wir unsere Dankbarkeit ausdrücken.
Dabei geht es nicht um Perfektion – die werden wir nie erreichen. Aber im Prozess des Dienens wachsen wir persönlich, und andere Menschen werden gesegnet. Diese Sichtweise ist der Schlüssel dafür, warum Ehrenamtliche nicht nur „Lückenbüßer“ sind, sondern ein zentraler Teil von Gottes Plan für die Gemeinde und die Weltmission. Es war wertvoll, diese Dinge gemeinsam mit den Kollegen zu reflektieren und beim gemeinsamen Abendessen mit dem Referenten Al Newell weiter zu vertiefen.
Wieder zu Hause
Anfang August kam ich wieder in Deutschland an. Am Flughafen in Washington begegneten mir zwar jede Menge Obama-Souvenirs, aber mein Herz sehnte sich nach meiner Familie. Den Jetlag haben wir direkt mit einem tollen Familienabend bekämpft: Wir haben gegrillt und sind mit Laternen spazieren gegangen. Es ist ein Privileg, eine solche Aufgabe zu haben, aber es ist ein ebenso großes Geschenk, wieder bei Frau und Kindern zu sein. Ich nehme viel Inspiration mit für die kommenden Monate in Mücke!
