Stromausfall – Die Luft steht still

(Kontext: In Snoul gehört Unvorhersehbarkeit zum Alltag. Während wir in Deutschland eine konstante Stromversorgung als selbstverständlich erachten, lehrt uns das Leben in Kambodscha, dass man Licht und Kühlung nicht planen kann – und dass Abenteuer oft im Dunkeln beginnen.)

Wartung mit Überraschungseffekt

Es ist mal wieder so weit: Stromausfall! Eigentlich haben wir uns an den Rhythmus gewöhnt, denn jeden zweiten Mittwoch wird der Strom routinemäßig abgestellt, damit das Elektrizitätswerk gewartet werden kann. Umso verwunderlicher ist es, wenn am nächsten Tag direkt der nächste Ausfall folgt – und diesmal ein „richtiger“.

Wenn die Luft stillsteht

Das größte Problem bei einem Stromausfall in dieser Hitze ist nicht das fehlende Licht, sondern der stillstehende Ventilator. Ohne die künstliche Brise wird jede Bewegung zur Qual. Normalerweise kehrt der Strom gegen halb sieben Uhr abends zurück, aber heute bleibt es bis tief in die Nacht hinein stockfinster.

Kerzenschein und Kinderzimmer

Unser Abendessen genießen wir bei Kerzenlicht, und selbst das Baden wird zu einer stimmungsvollen, wenn auch unfreiwilligen Zeremonie im Flackern der Kerzen. Die Gute-Nacht-Geschichte für die Kinder vorzulesen, ist eine echte Herausforderung – so dunkel ist es im Haus.

Immerhin haben die Kinder Glück: Ihr Zimmer hat Fenster nach zwei Seiten, was für ein wenig Durchzug sorgt. Bei uns im Schlafzimmer steht die Hitze dagegen wie eine Wand.

Ein kurzes Aufflackern

Um zwei Uhr nachts passiert es: Das Licht geht plötzlich an! Wir wachen auf, freuen uns kurz und blasen die letzten brennenden Sicherheitskerzen aus. Doch die Freude währt nur Sekunden. Kaum sind die Kerzen aus, wird es wieder dunkel – und bleibt es auch bis acht Uhr morgens. Pech gehabt. Das ist das Leben hier: Man lernt, die kleinen Momente zu schätzen und mit dem Ungeplanten zu leben.

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