(Kontext: Besuch aus der Heimat bringt oft mehr mit als nur Neuigkeiten – manchmal ist es ein ganzer Stapel Lesestoff. Wenn man monatelang in der Einfachheit Kambodschas gelebt hat, wirkt ein deutsches Nachrichtenmagazin wie ein Kulturschock auf Papier.)
Ein Fenster nach Deutschland
Judith, eine Kurzzeiterin aus Brake, hat uns zwei SPIEGEL-Hefte mitgebracht. Es ist immer wieder klasse und erholsam, Aktuelles aus Deutschland zu lesen. Doch der große geografische Abstand verändert den Blick: Es ist spannend und gleichzeitig ernüchternd zu beobachten, wie es geistlich und gesellschaftlich in der alten Heimat aussieht.
Die Macht der negativen Worte
Was mir sofort auffiel: In gewohnter Manier wird fast alles, was in Gesellschaft und Kirche passiert, in den schwärzesten Farben gemalt. Überall wird „Arroganz“ gewittert, nur über die Arroganz der Schreiber selbst liest man nichts. Es ist mir rätselhaft, wie man so konsequent negativ, zerstörerisch und unzufrieden denken kann.
Mir kam dabei Epheser 4,29 in den Sinn: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet (und schreibt), was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.“ Wollen wir nicht auch in unseren Gemeinden viel mehr von der Frucht des Heiligen Geistes leben? Liebe, Freude, Friede, Freundlichkeit. James O. Fraser sagte einmal treffend: „Entmutigung kommt immer vom Teufel!“ Was auch immer dich entmutigt – ob mit oder ohne SPIEGEL-Lektüre – es kommt gewiss nicht von Gott.
Das Märchen vom „Mehr-Brauchen“
Dann ist da diese geballte Ladung an Werbung. Glauben wir wirklich, dass wir mehr als Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf zum Leben brauchen? Von hier aus wirkt diese Konsumschlacht fast schon dumm. Besonders die Zunahme an Finanz- und Versicherungswerbung ist bezeichnend für die Angst in Deutschland. Hast du auch Angst vor dem, was kommen könnte? Mein Rat: Knüpfe deine Beziehung zu Jesus enger – er ist die einzige echte Sicherheit.
