(Kontext: Oktober 2007. Ein Meilenstein für unsere älteste Tochter: Evelyn startet in der lokalen Khmerschule. Doch dieser Schritt hat Auswirkungen, die weit über unsere eigene Familie hinausgehen – und einer kleinen Freundin eine Chance ermöglicht, die sie sonst vielleicht nie bekommen hätte.)
Der stolze Start in Uniform Seit gestern ist Evelyn ein Schulkind in der Khmerschule. Vorher hatte sie noch ein bisschen Bammel, doch als sie morgens in ihrer schicken Schuluniform aus dem Haus trat, wich die Nervosität dem Stolz. Um 10 Uhr kam sie mit einem Strahlen im Gesicht nach Hause.
Der Schulalltag beginnt hier früh, um 7 Uhr morgens. Zuerst müssen sich alle Kinder in langen Reihen aufstellen, bevor es in die Klassenzimmer geht. Am ersten Tag standen bereits drei Lieder und der erste Buchstabe des Khmer-Alphabets auf dem Programm. Das Beste für Evelyn: Sie darf diesen Weg gemeinsam mit ihrer besten Freundin Srey Char gehen.
Eine Chance für Srey Char Für Srey Char ist Evelyns Schulbesuch ein riesiges Glück. Ohne diesen Ansporn hätten ihre Eltern sie vermutlich nicht zur Schule geschickt. Die familiäre Situation ist schwierig: Die Mutter ist spielsüchtig, der Vater arbeitsbedingt oft nur am Wochenende zu Hause.
Jetzt gibt es für das Mädchen eine neue Struktur: Sie muss morgens aus den Federn, auch wenn der Fernsehabend am Vortag mal wieder bis 21 Uhr ging. Noch läuft alles ein bisschen schleppend am Morgen, aber wir hoffen und beten sehr, dass Srey Char diesen Start nutzt und viel für ihr späteres Leben lernt – ungeachtet ihrer schwierigen familiären Hintergründe.
