(Kontext: Januar 2009. Die erste volle Woche in Deutschland liegt hinter uns. Unsere Kinder tauschen die kambodschanische Hitze gegen deutsche Klassenzimmer und Kindergarten-Gruppen – ein riesiger Umbruch, der viel Kraft kostet.)
Bianca: Morgenkreis und Geburtstagslieder
Heute ist schon Donnerstag, und unsere Kinder blicken auf eine Woche voller Aufregung zurück. Bianca geht nun gemeinsam mit Tabitha in den Kindergarten. Sie genießt das gemeinsame Frühstück, den Morgenkreis und das fast tägliche „Happy Birthday“-Singen für die Geburtstagskinder. Besonders das Toben auf dem Spielplatz im Freien hat es ihr angetan.
Doch die Umstellung fordert ihren Tribut: Wenn sie um 12 Uhr nach Hause kommt, ist sie völlig überdreht und todmüde. Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis das Neue zur Normalität wird und nicht mehr so anstrengend ist.
Evelyn: Ein fröhliches Schulkind mit kambodschanischem Erbe
Evelyn ist nun eine Erstklässlerin. Es ist natürlich eine Herausforderung, mitten im Schuljahr in eine bestehende Klassengemeinschaft zu kommen. Zu Beginn war sie noch sehr skeptisch und wollte niemanden neben sich sitzen lassen… Inzwischen hat sie ihren festen Platz gefunden. Lustigerweise kennt sie den Namen ihrer Sitznachbarin noch nicht – ganz nach dem Motto „Namen sind Schall und Rauch“, wie wir es aus Kambodscha kennen.
Ihren Lehrer mag sie sehr. Die Fächer Sport sowie Kunst sind ihre absoluten Favoriten. Wenn sie mit dem Schulbus nach Hause kommt, geht es nach dem Mittagessen direkt an die Hausaufgaben mit Jessica. Da sie am Nachmittag oft sehr müde ist, sinkt die Motivation manchmal merklich – ein langer Tag für eine kleine Schülerin.
Ein Gebet für die Routine
Wir sind sehr dankbar, dass die ersten Tage so positiv verlaufen sind. Möge Gott den Kindern weiterhin helfen, eine gute Routine zu entwickeln und echte, tiefe Freundschaften zu finden!
