(Kontext: Ein nachdenklicher Blick zurück. Während wir in Kambodscha im kulturüberschreitenden Dienst standen, stellten wir uns oft die Frage: Wie sieht missionarisches Zeugnis eigentlich in unserer alten Heimat, in Deutschland oder der Schweiz, aus?)
J. E. Lesslie Newbigin (1909–1998), anglikanischer Bischof und langjähriger Indien-Missionar, hat den missionarischen Platz der Kirche in der westlichen Gesellschaft messerscharf analysiert. Hier sind zwei seiner Zitate, die mich damals wie heute bewegen:
„Die moderne Gesellschaft ist eine heidnische Gesellschaft. Ihr Heidentum kommt aus der Verwerfung des Christentums und ist viel resistenter gegenüber dem Evangelium als das vorchristliche Heidentum, mit welchem wir im Ausland vertraut sind.“
„Noch immer steht die pastorale Fürsorge bestehender Gemeinschaften im Zentrum. Bei abnehmenden Zahlen zieht man sich aus Gebieten zurück, in denen es wenig aktive Christen gibt, um Pfarrer dort einzusetzen, wo noch genug Zahler sind. Das beschleunigt den Niedergang. Es ist das Gegenteil einer Strategie, die Mitarbeiter dorthin entsendet, wo das christliche Zeugnis am schwächsten ist.“
Diese Gedanken sind mehr als nur interessant – sie fordern uns heraus. Wo wollen wir in Deutschland oder der Schweiz als Gemeinde aktiv sein? Sichern wir nur noch den Bestand, oder gehen wir dorthin, wo das Evangelium am dringendsten gebraucht wird?
