Zwischen Garküchen und Glaubensfragen: Eindrücke aus Indonesien und Singapur

(Kontext: Im Frühjahr 2011 führte mich mein Dienst zum ersten Mal nach Indonesien. Es war eine Reise voller Wiedersehen mit alten Weggefährten und neuen Einblicken in eine Kultur, die mich gleichermaßen herausforderte und faszinierte.)

Der Weg nach Asien begann entspannt: Dank drei freier Plätze im Flieger konnte ich den Flug nach Singapur buchstäblich im Liegen genießen. Die Wartezeit am Flughafen Singapur vertrieb ich mir mit den Dingen, die ich in Deutschland so vermisst habe: asiatisches Essen, warme Tropenluft und ein echtes Mango-Eis. Nach einer kurzen Verspätung und einer nächtlichen Taxifahrt durch Jakarta fiel ich schließlich bei meinem deutschen Gastgeber todmüde ins Bett.

Kulinarik und alte Freundschaften

In Jakarta durfte ich eine besondere Form der Gastfreundschaft erleben. Ich traf einen indonesischen Freund wieder, den ich bereits seit dem Jahr 2000 kenne. Er lud mich in ein traditionelles Restaurant ein, in dem der Kellner 16 verschiedene Gerichte gleichzeitig auffuhr – von Fisch über Fleisch bis zu verschiedensten Gemüsesorten. Das Prinzip ist simpel: Man bezahlt nur, was man auch wirklich isst. Wir redeten stundenlang und ich merkte wieder einmal, wie sehr mir das asiatische Essen in Deutschland gefehlt ha

Einblicke in die indonesische Kirche

Besonders intensiv waren die Begegnungen mit zwei Lehramts-Studentinnen. Sie erzählten mir von ihrem Weg zu einem lebendigen, persönlichen Glauben. In einem Umfeld, das stark vom Universalismus geprägt ist – dem Gedanken, dass alle Religionen gleichermaßen zu Gott führen, solange man moralisch gut lebt –, haben sie eine klare Vision für ihre eigenen Landsleute gewonnen. Es war ermutigend zu sehen, wie sie trotz Sorgen und Ängsten ihren Platz in der weltweiten Familie Gottes finden.

Die deutsche Community in Jakarta

Ein Kontrastprogramm dazu war der Besuch der Deutschen Schule Jakarta. Zwischen einem Schwimmfest, einem Kinderflohmarkt und einem Würstchenstand vom deutschen Metzger fühlte man sich fast wie in der Heimat – wären da nicht die sechsspurigen Straßen, über die man Kinder niemals alleine gehen lassen würde. Es war beeindruckend zu sehen, wie diese „deutsche Insel“ mit 250 Schülern funktioniert, auch wenn die Schulgebühren von 9.000 Dollar pro Jahr deutlich machen, in welchen privilegierten Kreisen man sich hier teilweise bewegt.

Es tut gut, immer wieder nach Asien zu kommen, um zu verstehen, was die Menschen dort wirklich bewegt und wo Unterstützung gebraucht wird.

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