Kopfschütteln in Kambodscha: Wenn Weltnachrichten auf Missionsalltag treffen

(Kontext: Ein Archiv-Beitrag aus unserer Zeit in Kambodscha. Inmitten der täglichen Herausforderungen der Missionsarbeit löste eine Nachricht aus Europa eine Welle des Unverständnisses in mir aus – ein ehrlicher Einblick in meine damaligen Gedanken über die Prioritäten unserer Welt.)

Gestern war in den DW-Nachrichten zu lesen:

Weltweit größter Teilchenbeschleuniger in Betrieb
GENF: Das Europäische Zentrum für Teilchenphysik hat in der Nähe von Genf die größte Forschungsmaschine der Welt in Betrieb genommen. In dem Teilchenbeschleuniger LHC mit einem unterirdischen, knapp 27 Kilometer langen Ringtunnel sollen Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden… Ziel ist es, Elementarteilchen zu erzeugen und so die Bedingungen des Urknalls nachzustellen. Rund 5.000 beteiligte Wissenschaftler wollen so Aufschluss über die Entstehung des Universums gewinnen.

27 Kilometer unterirdisch bauen, 5.000 Leute beteiligen – kein Wunder, dass keine Kosten erwähnt wurden! Geld gibt es genug auf dieser Welt, und Alter (und Klugheit?!?) schützt vor Torheit nicht! So feste kann ich meinen Kopf gar nicht schütteln, wie mir so ein Aufwand wehtut.

In einer Predigt über Jona sagte Siegfried Kettling mal: „Wer Gott nicht gehorchen will, für den wird’s teuer!“ Er spielte darin auf die Fahrtkosten an, die Jona für die Überfahrt von Jafo nach Tarsis auf den Tisch blättern musste. Ich finde, das passt auf diese Meldung genauso…

P.S. Ein Nachtrag aus dem Kinderzimmer (September 2008):

Während Marlen und ich über die Meldungen aus dem Urknall-Forschungszentrum diskutierten, hörte Bianca mit halbem Ohr zu. Plötzlich unterbrach sie uns mit leuchtenden Augen: „Ich will auch mal wieder ein Knallbonbon haben!“

In ihrem Kopf war die Sache klar: Ein Urknall muss etwas mit Knallbonbons zu tun haben. Und sie wusste auch fachkundig zu berichten, dass Tipsy von den Teletubbies ebenfalls mal eines zum Geburtstag bekommen hatte. Ein herrlicher Beweis dafür, dass die wirklich wichtigen „Explosionen“ im Leben manchmal viel bunter und fröhlicher sind als die in Genf!

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