(Kontext: Fünf Jahre nach unserer Rückkehr nach Deutschland besuchten wir als Familie unsere alte Heimat Kambodscha. Zwischen der Freude des Wiedersehens und der Frage nach dem „Was wäre wenn?“ erlebten wir eine ganz praktische Bestätigung für unseren Platz in Deutschland.)
Heimatgefühle und alte Wurzeln
Unsere Reise war wunderbar. Die Hitze, der Trubel, das Essen – wir fühlten uns sofort wieder wie zu Hause. Es war berührend zu sehen, wie glücklich die Kinder in ihrer alten Heimat waren und wie tief unsere Beziehungen zu den Khmer-Freunden und Kollegen nach all den Jahren noch immer sind.
Wir merkten deutlich, welches „Kapital“ wir uns in den acht Jahren dort erarbeitet hatten: Das Sprachgefühl, das Kulturverständnis und das tiefe Vertrauen der Menschen vor Ort sind Schätze, die man nicht verliert. Vor der Reise hatten wir uns sogar gefragt: Wird das Heimweh so groß sein, dass wir sofort wieder zurückkehren wollen?
Der Haarschnitt „Anno 2007“
Gott gab uns, und besonders Marlen, eine sehr handfeste Antwort durch unsere ehemalige Nachbarin. Marlen bat sie um einen Haarschnitt – wie früher. Die Frau fackelte nicht lange: Schnipp-Schnapp! Kurze Zeit später war Marlens aktuelle Frisur durch den Look von 2007 ersetzt.
„So, jetzt siehst du wieder richtig aus!“, sagte die Nachbarin stolz. Doch in Marlen regte sich ein klarer Gedanke: Nein. Die alte Zeit lässt sich nicht durch eine alte Frisur zurückholen. Wir könnten nie einfach dort anknüpfen, wo wir damals aufgehört haben. Mit Gott geht es immer voran, niemals zurück. Diese Begegnung war für uns eine tiefe Bestätigung, dass unser Platz weiterhin in Deutschland ist.
Wachstum ohne uns
Es ist schön zu sehen, dass die Arbeit in Kambodscha seit unserem Weggang gewachsen ist. Gott handelt unter den Kambodschanern – auch ohne dass wir in der ersten Reihe stehen.
Ein neues Highlight für die Mädels
Für Evelyn (12) und Bianca (9) gab es am letzten Tag noch ein ganz besonderes Abenteuer: Sie haben das Motorradfahren gelernt! Es war erstaunlich zu sehen, wie sicher die beiden mit Beifahrern auf dem Sozius durch die Gegend kurvten. Ein echtes Stück kambodschanischer Lebensart, das sie nun mit in ihren deutschen Alltag nehmen.
