Glaube oder Wissenschaft? Warum wir im Westen oft nur die halbe Wahrheit sehen

(Kontext: In Europa versuchen wir oft, die Welt rein wissenschaftlich zu erklären. Doch wer in Asien lebt, merkt schnell: Wer die unsichtbare Welt ignoriert, versteht die Lebensrealität der Menschen hier nicht. Ein Zitat von Jochen Teufel hat mich dazu angeregt, über unsere westliche Wahrnehmung nachzudenken.)

Das Christentum ist „heiß“ Ich bin auf ein interessantes Zitat von Jochen Teufel gestoßen, einem bayerischen Pfarrer und theologischen Lehrer in Hongkong. Er beschreibt eine Perspektive, die wir hier in Kambodscha täglich teilen:

„Was sich kirchenentwöhnte Deutsche kaum vorstellen können, ist, dass das Christentum auf anderen Kontinenten ‚heiß‘ ist. Es wird dort als etwas angenommen, womit man das eigene Leben nicht nur bewältigen, sondern verbessern kann. Die Grundlage ist eine Wirklichkeitsdimension, die für außereuropäische Kulturen grundlegend ist: Außerhalb einer sichtbaren Welt, die wissenschaftlich beschrieben werden kann, existiert eine Sphäre von unsichtbaren, einflussreichen Mächten. Sie wirken sich in einem organischen Zusammenhang auf das Leben entweder positiv oder negativ aus.“

Mehr als nur Schlagzeilen Diese Worte treffen den Punkt. Wenn ich an die oft sehr negativen Analysen in der deutschen Medienlandschaft denke, über die ich neulich schrieb, wird mir klar: Journalismus kann zwar Meinungen prägen, aber er kann die geistliche Realität, die Millionen von Menschen weltweit erleben, nicht einfach auflösen.

Wer diese „unsichtbare Sphäre“ ausblendet, betrachtet die Welt nur mit einem Auge. In einer Kultur wie der kambodschanischen, die so tief mit der geistlichen Welt verwoben ist, merken wir: Es braucht beide Augen – das für das Sichtbare und das des Glaubens –, um das Leben in seiner ganzen Tiefe zu verstehen.

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