(Kontext: Ein Jahr in Snoul hat uns gelehrt: Das Steinhaus war ein Fehlgriff. In der Regenzeit stand das Wasser im Wohnzimmer, und die Dunkelheit im Inneren drückte aufs Gemüt. Wir brauchten dringend Veränderung. Doch das Haus, das wir fanden, hatte eine dunkle Geschichte, die die gesamte Nachbarschaft in Schrecken versetzte.)
Die Flucht aus dem Sumpf
Unser bisheriges Steinhaus hatte ausgedient. Mehrmals wurde unser Wohn- und Kinderzimmer überflutet, und der Weg zum Haus verwandelte sich bei Regen in eine unpassierbare Schlammstraße. Wir machten uns auf die Suche und fanden tatsächlich ein Objekt in Ideallage: direkt am Markt, groß, geräumig – und seit ewigen Zeiten leerstehend.
Der Grund für den Leerstand war für die Khmer völlig klar: Ein früherer Mieter hatte sich dort das Leben genommen. Für die Menschen hier war das Haus damit ein Ort des Schreckens, bevölkert von rachsüchtigen Geistern. Niemand wagte es, dort einzuziehen. Für uns jedoch bot es genau das, was wir suchten: Platz für die Familie und Raum für Gottesdienste.
Die Vision: Ein Gemeindehaus für Snoul
Das Haus ist zentral gelegen und bietet einen Eingangsbereich, der groß genug für 40 bis 50 Personen ist. Es gibt ein riesiges Wohnzimmer, Schlafzimmer mit Balkon für die Kinder und eine – wie wir sie nannten – „groovige“ Küche. Doch bevor wir die Umzugskartons packten, stand eine andere Aufgabe an.
Geistliche Reinigung: Klare Machtverhältnisse
Auch wenn wir als Christen keine Angst vor bösen Geistern haben, ist uns die geistliche Realität in einer animistischen Kultur sehr präsent. Nach der Unterzeichnung des Mietvertrags, aber noch vor dem eigentlichen Einzug, gingen wir gemeinsam durch jeden einzelnen Raum.
Wir haben Gott um Seinen Segen für dieses Haus gebeten und die Geister im Namen Jesu „ausgefegt“. In einer Kultur, die von der Furcht vor den Geistern der Ahnen und Verstorbenen beherrscht wird, ist es wichtig, für klare Machtverhältnisse zu sorgen. Wir wollten, dass dieses Haus von der ersten Sekunde an ein Ort des Friedens und des Lichts ist – ein sichtbares Zeugnis dafür, dass Jesus Christus stärker ist als jede dunkle Macht.
Unterschrift und Mängelliste (4. November)
Bei der Begehung mit dem Vermieter wurde erst einmal das ganze Ausmaß des Leerstands sichtbar: Überall hingen Spinnweben und alte Kleider der Vormieter. Doch wir wissen: Mit Putzmittel, frischer Farbe und vor allem durch die geistliche Neuausrichtung wird dieses Haus ein freundliches Gesicht bekommen.
Timing ist alles
Der Einzug ist für den 1. Dezember geplant. Das Timing könnte nicht besser sein: Nur wenige Tage später erwartet uns ein Team aus Australien. Gemeinsam wollen wir das neue Haus direkt mit Leben füllen und uns der Nachbarschaft vorstellen – mit Musikunterricht, Spielenachmittagen und Englisch-Workshops.
Wir freuen uns darauf, dieses „Geisterhaus“ in ein Haus des Lichts zu verwandeln!
