Asterix in Snoul: Ein Festmahl am Schweinespieß

(Kontext: In Snoul mit den Männern der Nachbarschaft in Kontakt zu kommen, ist nicht einfach. Meistens arbeiten sie, spielen Karten oder trinken. Als eher introvertierter Mensch kostet es mich jedes Mal Überwindung, mich einfach dazuzusetzen. Doch an diesem Tag gab es eine Einladung, die ich nicht ausschlagen konnte – auch wenn ich im Nachhinein froh bin, nicht alles gewusst zu haben.)

Gemeinschaft am glühenden Spieß

Unsere Nachbarn sind Schweinehändler, und gestern war wohl ein besonderer Tag. Sie hatten ein Schwein halbiert und auf einen großen Spieß gezogen. Die Kohlen glühten rot, der Duft war verführerisch. Ich setzte mich dazu, genoss das frisch gebratene, knusprige Fleisch und fühlte mich fast wie bei einem Festmahl von Asterix und Obelix. Es war lecker und ein seltener Moment echter Gemeinschaft mit den Männern aus meiner Straße.

Was ich nicht wusste…

Erst später erfuhr ich einige Hintergründe, die mich doch kurz schlucken ließen. Ein anderer Nachbar züchtet Schweine, und seit Wochen grassiert eine seltsame Krankheit in seinem Stall. Die Symptome sind heftig: Die Tiere fressen erst normal, kotzen dann Blut und sind kurz darauf tot. Es wird zwar massenhaft Antibiotika gespritzt – auf gut Glück –, aber bisher ohne Erfolg.

Hätte ich geahnt, dass mein „Obelix-Menü“ vermutlich von so einem verendeten Tier stammte, wäre ich wohl vorsichtiger gewesen. In Kambodscha wird eben nichts verschwendet, auch wenn ein Tier krank war.

Ein wichtiger Brückenschlag

Trotz der späteren Erkenntnis bleibt das Highlight bestehen: Ich hatte endlich einen echten Berührungspunkt mit den Männern der Nachbarschaft. Für diese Brücke in ihre Welt, weg von den Karten und dem Alkohol, hin zu einem gemeinsamen Essen, war es den Einsatz wert. Solche Momente sind das Fundament für Vertrauen, auch wenn sie manchmal Überwindung kosten.

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